Bezahlbarer, sozialer und solidarisch organisierter Wohnraum in Selbstverwaltung der Bewohner*innen – das soll im Hausprojekt Die jAcht im Nürnberger Stadtteil St. Johannis möglich werden. Im Kontext eines aus den Fugen geratenen Wohnungsmarkts soll mit dem Projekt nicht nur Wohn- und Lebensraum für die Hausgemeinschaft gesichert, sondern auch ein Zeichen gesetzt werden: der Immobilienmarkt in Nürnberg und in anderen Städten schließt vor Allem, aber nicht nur Familien und Geringverdienende aus – Das Grundrecht auf Wohnen wird in Frage gestellt. Hier gilt es aktiv zu werden für eine fairere Wohnungspolitik!

Kurz gesagt: so funktionierts:

Das Mietshäuser Syndikat und das Hausprojekt die jAcht

Um unser Haus dauerhaft den Spielereien des Immobilienmarkts zu entziehen und den aktuellen und zukünftigen Bewohnenden sicheren Wohnraum zu bieten, haben wir uns für eine Kooperation mit dem Mietshäuser Syndikat entschieden. Als Mit-Gesellschafterin unserer noch zu gründenden Haus-GmbH j8 hat die Mietshäuser Syndikat GmbH das Vetorecht, falls die Hausgemeinschaft in Zukunft einen Weiterverkauf erwägen würde. Dadurch wird ausgeschlossen, dass sich Personen durch Gewinne oder Spekulationen privat daran bereichern.


Käuferin des Hauses wird die Haus-GmbH j8, die aus zwei Gesellschafter*innen besteht: der Mietshäuser Syndikat GmbH und dem Hausverein j8.
Erstere hat das genannte Vetorecht bei Weiterverkauf, während der Hausverein alle anderen Rechte innehat, die das Hausprojekt direkt betreffen: seine Mitglieder stellen die Geschäftsführung der GmbH, entscheiden über alle Belange der Hausgemeinschaft und verwalten das Haus selbst.
Die Idee ist nicht neu: schon 170 Projekte sind nach dem Modell des Mietshäuser Syndikats in ganz Deutschland entstanden.

Hier gibt’s Infos zum MHS: www.syndikat.org

Das Ziel: bezahlbarer und fairer Wohnraum

Hauptziel des Hausprojekts ist der Erhalt von bezahlbarem, selbstverwaltetem Wohnraum. Die Selbstverwaltung als prägendes Element bietet Chancen für die Hausgemeinschaft, aber auch darüber hinaus: sie ermöglicht den Bewohner*innen, einerseits ihren Wohn- und Lebensraum zu gestalten, andererseits aber auch, einen Beitrag zum Gemeinwesen zu leisten. Mittelfristig können Flächen, die nicht als Wohnraum genutzt werden, auch Platz für Ideen wie offene Werkstatt, Stadtteilcafé oder Umsonstladen bieten. So können Begegnungsorte für die Nachbarschaft entstehen, die als gemeinschaftlich organisierte Freiräume die Straße und den Stadtteil bereichern. Die Bewohner*innen können selbst entscheiden, wie sie ihren Wohn- und Lebensraum auf nachhaltige Art und Weise gestalten. So wird Vieles möglich, was zum zukunftsfähigen Wandel unserer Gesellschaft und zur Energiewende beiträgt: vom Anbau von Lebensmitteln in der Stadt über Dach- und Fassadenbegrünung bis hin zur zukunftsfähigen Energieversorgung.
Wir wollen nachbarschaftliche Strukturen stärken, Regionalität fördern und mit gutem Beispiel vorangehen: für eine solidarische, soziale und ökologische Zukunft für alle. Wir entscheiden, wie unsere Zukunft aussieht!